Herzlich willkommen auf den Seiten des Kindergartens Regenbogen
der Ev.-luth. Kirchengemeinde St. Andreas - Harsum

Mit Kindern über den Tod reden
Eine Annäherung in mehreren Schritten
Projekt im Kindergarten Regenbogen

Am Aschermittwoch wurden die Faschingsgirlanden verbrannt
und mit Blumenerde vermischt.

Frage an die Kinder: "Wie sieht die Asche aus?"
Kinder: "Nicht mehr so bunt; die Asche sieht tot aus."

Jedes Kind Pflanzt mit der Blumenerde Weizenkörner ein

Im Stuhlkreis besprechen wir mit den Kindern, wie die Natur (Sträucher, Bäume, etc.) im Moment aussieht.
Kinder erzählen: "Als wenn da nichts mehr wächst, auch die Natur sieht tot aus."
Einige Kinder berichten, dass an den Sträuchern und am Kastanienbaum auf unserem Außengelände schon die ersten Knospen zu sehen sind.

Wir treffen uns im Stuhlkreis zum Dialog und auf die Frage:
"Woran erkennt man, dass man lebt?" antworten die Kinder folgendes:


Sara, 6 J.: "Weil man sich bewegt."
Theresa, 6 J.: "Das Herz klopft."
Berit, 4 J.: "Wenn man spricht."
Sarah, 6 J.: "Man kann sehen, essen und schmecken."



Alle Kinder halten ihre Hände vor den Mund und spüren ihren Atem.
Sie stellen fest - der Atem ist warm.
Die Kinder testen ihren Geschmackssinn mit Zucker.
Sie stellen fest, wenn man tot ist, kann man nicht mehr atmen, sehen und schmecken.

Alles hat seine Zeit

In der Dialogrunde besprechen wir mit den Kindern, dass alles seine Zeit hat.
Es gibt Zeit der Freude. Es gibt Zeit der Trauer.
Nach der Kindergartenzeit kommt die Schulzeit.
Auch alles Leben hat seine Zeit.


Berit, 4 J., berichtet, dass ihr Opa gestorben ist.
Sie sagt: "Opa war ganz alt."
Daraufhin Theresa, 6 J.: "Es sterben auch Kinder."
Gerrit, 5 J., meint dazu: "Manchmal sind schon Babys bei der Geburt tot."


Nach dem Gespräch bekommen die Kinder die Aufgabe, verschiedene Zeitmesser mit in den Kindergarten zu bringen. Z.B. Wecker, Sanduhr, Armbanduhr etc.

In nur wenigen Tagen sind aus den eingepflanzten Weizenkörnern lange Weizenhalme geworden. Fazit der Kinder: "Aus dem scheinbar Totem ist Neues entstanden."

Nach der Bilderbuchbetrachtung "Buffy" berichten die Kinder, was sie von der Geschichte behalten haben und von eigenen Erfahrungen.


Sara, 6 J.: "Der Hund ist gestorben."
Theresa, 6 J.: "Der Junge hat einen neuen Hund gekriegt."
Keith, 4 J.: "Dann hat er einen neuen (Hund) geholt und ihm einen Namen gegeben."
Tom, 5 J.:"Die haben ihn unter dem Apfelbaum vergraben."
Gerrit, 5 J.: "Der Hund hatte eine Krankheit und ist gestorben."
Keith: "Ich finde das doof, das der Hund gestorben ist."

Frage: "Könnt ihr verstehen, dass der Junge traurig war?"


Theresa: "Weil sein bester Freund gestorben ist."
Alina, 4 J.: "Und der hat sich dann auf sein Bett geschmissen und geweint."
Berit: "Weil er ganz krank war."

Frage: "Bei wem ist schon ein Tier gestorben?"


Enna, 5 J.: "Der Dicke (ihr Hund), den haben sie eingeschläfert, er hat sich voll die Pfote aufgeleckt und dann ist auch noch mein Meerschweinchen gestorben. Wir haben das vergraben in Omas Garten. Im Sommer wollen wir Blumen rein machen."
Keith: "Bei mir ist der Vogel gestorben, dann haben wir ihn in unserem Garten vergraben. Dann war auf dem Dach ein Nest und dann ist der runter gefallen, da war der richtig tot. Wir haben den vergraben und gelbe Blumen draufgestellt. Finde ich gut, die Blumen."
Alina: "Bei uns war mal ein Zitronenfalter und Tobias ist draufgetreten."
Marvin, 5 J.: "Bei uns ist schon ein Hase gestorben, der heißt Hockal, und dann haben wir den in die Erde vergraben, und dann haben wir noch einen Regenwurm und eine Möhre hingelegt, das er essen kann."
Sarah: "Unsere Katze ist gestorben, die haben wir vergraben."

Besuch in einem Bestattungsinstitut

Wir haben mit den Kindern zunächst einen Film angeschaut, in dem es darum ging, welche Aufgaben ein Beerdigungsinstitut hat. Danach haben die Kinder gemalt, was sie am meisten beeindruckt hat.

Am 16.3.2006 durften wir ein Beerdigungsinstitut in Hildesheim besuchen.

Hier schauen wir uns den Ausstellungsraum an. Viele verschiedene Särge stehen dort. Auch so einer, in dem der Papst Johannes-Paul II beerdigt worden ist.

Wir schauen uns ein Totenhemd an.

Anschließend gehen wir in die hauseigene Kapelle. Dort wird uns erklärt, wie eine Trauerfeier abläuft und wo der Sarg steht.

Zum Schluss der Besichtigung durften wir uns noch den Versorgungsraum anschauen. Hier auf dem Versoprgungstisch werden die Verstorbenen zurecht gemacht. Die Verstorbenen werden gewaschen, gekämmt, schön angezogen und manchmal auch geschminkt.

Ihre Eindrücke konnten die Kinder verarbeiten, in dem sie ein Bild über das Erlebte gemalt haben.

Dialogrunde: "Wie hat es euch im Bestattungsinstut gefallen?"


Keith: "Ich fand den Kühlraum ganz gut. Der Kühlraum war so weiß, dass ich fast lachen musste."
Vanessa: "Ich fand das schön, wo die (Bestatter) die (Verstorbenen) waschen, das fand ich schön."
Sarah: "Ich fand das schön, wo die Menschen reinkommen, in den Sarg."
Theresa: "Ich fand die Kirche ganz schön, wo sich die Menschen noch mal verabschieden von den Toten."
Alina: Ich fand das schön, wo die saubergemacht wurden."
Maya: "Ich fand den Sarg mit den Sternen schön."
Sarah W.: "Ich fand das schön, wo die Leute gewaschen werden und die Haare gefönt werden."
Sarah N.: "Das fand ich schön, dass die Menschen ihre Lieblingssachen anziehen können."
Vanessa: "Ich fand die Särge schön."
Berit: "Ich fand das Kreuz auf dem Sarg schön."
Max: "Ich fand die wunderschönen Särge toll. Den mit den Sternen."
Theresa: "Ich habe den Sarg gesehen, in dem der Papst beerdigt wurde."
Tom: "Ich fand den Sarg schön, wo das rote Bett drin war."
Tom: "Da wurden die Toten Menschen verbrannt und in eine Urne gekippt, in eine Pappurne und die wurden in den Bach geschmissen."

 

Bilderbuchbetrachtung "Julia bei den Lebenslichtern"

Frage: "Wo ist die Seele im Menschen?"


Berit: "Die Seele ist im Kopf, denn sonst könnten wir ja gar nicht reden."
Sarah N.: "Die sieht man nicht."
Theresa: "Im Rücken vielleicht."
Berit: "Die Seele ist Luft."

Frage: "Was ist die Seele und wo geht die Seele hin?"

Sarah W.:"Zum lieben Gott."
Berit: "Manche Seelen gehen auch in den Himmel."
Tom: "Wenn man gestorben ist, dann kommt die Seele in den Himmel oder wo anders hin."
Max: "Die Seele geht auch zum Toten."
Keith: "Un die Seele kann auch mal auf den, oder wenn die da nicht hoch kommt, muss die auch noch auf ein Hochhaus gehen und dann daran hoch kommen."
Alina: "Meine Oma stirbt auch schon bald."

Nach der Dialogrunde malen die Kinder noch bei meditativer Musik Karten an. Thema: "Wo geht die Seele hin, wenn ein Mensch gestorben ist?"

Die Kinder schneiden mitgebnrachte Todesanzeigen aus und kleben sie als Collage auf.

Besuch der Ausstellung "Erzähl mir was vom Tod" in Hannover - leider durfte man dort nicht fotografieren.

Besuch des Harsumer Friedhofes - die Kinder staunten über die verschiedenen Gräber

Auf dem Friedhof entdeckten die Kinder auch eine Grabstätte, wo vor kurzem jemand beerdigt wurde.

Zum Abschluss des Themas wurde noch über die Geschichte von Jesu Tod und Auferstehung gesprochen.

 

 

 


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